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35. Internationale Schweisshunde-Verbandssuche 2017 in Elm

Praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit ging vom 4. – 7. September die 35. ISHV-Suche in Elm über die Bühne. In der Tat aussergewöhnlich für einen Anlass mit internationaler Beteiligung, doch steckt dahinter eine klare Begründung. Die Arbeit der Hundeführer mit ihren Schweisshunden auf der natürlichen Wundfährte darf unter keinen Umständen gestört werden und verlangt höchste Konzentration! Presse und Bevölkerung hatten dafür absolutes Verständnis, sodass der Anlass mit rund hundertfünfzig Teilnehmern aus siebzehn Mitgliedstaaten in den Einsatzgebieten der Kantone Glarus, Schwyz, Thurgau, St. Gallen, beider Appenzell und dem Fürstentum Liechtenstein dank einer perfekten Organisation ohne Probleme durchgeführt werden konnte. Das eher garstige Wetter in den vergangenen vier Tagen konnte weder den Hundeführern mit ihren Schweisshunden, noch den gestrengen Richtern etwas anhaben.

Alle zwei Jahre eine ISHV-Suche

Der Schweizer Schweisshund-Club, Vertreter der beiden roten Hunderassen, Hannoverscher Schweisshund und Bayerischer Gebirgsschweisshund, ist Mitglied des Internationalen Schweisshundeverbandes (ISHV). Der ISHV hat derzeit siebzehn Mitgliedsverbände in sechzehn Ländern und organisiert alle zwei Jahre eine ISHV-Suche. Diese Verbandssuche wird normalerweise auf natürlichen Krankfährten, laufender Hochwildjagden gearbeitet und von drei mitlaufenden Leistungsrichtern bewertet. Parallel werden auch viele wichtige Sitzungen und Versammlungen abgehalten und natürlich darf freundschaftliches Beisammensein mit Rahmenprogramm nicht fehlen.

Bedeutung für die Jäger

Elm als Hauptort des Anlasses und die örtliche Mehrzweckhalle als Einsatzzentrale waren Zentrum der ISHV-Suche 2017. Was bedeutet dieser internationale Anlass für die Jägerinnen und Jäger? Sollte ein Tier nicht im Feuer liegen, so muss eine zeitgerechte und fachgemässe Nachsuche durchgeführt werden. Unabhängig von der Suche muss hierfür das Gespann immer über den zuständigen Wildhüter oder dessen Stellvertreter angefordert werden. So bestimmen es die einschlägigen Jagdvorschriften. Es ist dabei den Jägerinnen und Jäger freigestellt, ob Sie ein Nachsuchegespann des kantonalen Pikettdienstes oder ein Gespann von der ISHV-Suche aufbieten wollen. Der Wildhüter wird dann alles Weitere in Zusammenarbeit mit der Suchenzentrale organisieren. Die Nachsuche auf verletztes Wild hat eine sehr grosse ethische Bedeutung in der heutigen Gesellschaft und der aktive Tierschutz steht im Vordergrund. Es ist dabei völlig unwichtig, ob das Wild durch den Strassenverkehr verletzt oder im Jagdbetrieb angeschossen wurde. Die wichtige Bedeutung der Nachsuche kam bereits am ersten Tag der Eröffnung der Hochwildjagd im Kanton Glarus zur Geltung. So konnten die Dienste von Gespannen, die zurzeit an der ISHV-Suche in Elm teilnehmen, beansprucht werden. Dabei konnten bereits am ersten Suchentag in den teilnehmenden Kantonen mehrere Einsätze im Dienste des verwundeten Tieres nach erfolgreicher Suche abgeschlossen werden. An der Verbandssuche durften ausschliesslich Gespanne der siebzehn Mitgliedstaaten teilnehmen, welche im ständigen Nachsuche-Einsatz stehen und über sehr viel Praxis verfügen.

Eröffnungsfeier ohne grosses Brimborium

Im prächtig geschmückten Gemeindehaussaal, zugleich Suchen-Zentrum konnte am Eröffnungstag der 1. Vorsitzende des ISHV Leo Thomann die angereisten Gespanne sowie Mitglieder und Freunde des Schweizerischen Schweisshund-Clubs herzlich willkommen heissen. Einen speziellen Willkommensgruss entbot der Vorsitzende Dr. Christoph Jäggi, Leiter der Abteilung Jagd und Fischerei des Kantons Glarus. Für den musikalischen Background sorgten die Jagdhornbläser der Liechtensteinischen Jägerschaft unter der Leitung von Marcel Noser. Das Highlight des Abends war die Präsentation der Gespanne aus allen Herren Länder durch den zuständigen Zuchtwart.

Feierliche Hubertus-Messe

Ein weiter Höhepunkt war die Hubertus-Messe am Mittwochabend in der evangelischen Kirche in Elm, feierlich umrahmt von den Klängen der Jagdhornbläsergruppe Werdenberg unter der musikalischen Leitung von Edy Hehli. Diakon Patrick Schläpfer erinnerte an den Heiligen Hubertus von Lüttich. Der Überlieferung nach war Hubertus als junger Edelmann ein leidenschaftlich ausschweifender Jäger, der die Erlegung des Wildes als Selbstzweck sah. Später erkannte Hubertus in allen Wesen Geschöpfe göttlichen Ursprungs und hat sich deshalb hegend und pflegend für sie verwandt. Diese Grundhaltung der "Achtung vor dem Geschöpf" ging als Waidgerechtigkeit in die Verhaltensgrundsätze der Jägerschaft ein.

Galaabend als krönender Abschluss

Mit einem nachhaltig in Erinnerung bleibenden Galaabend, der weder kulinarisch noch von der Unterhaltung her Wünsche offen liess, wurden die 35. Internationale Schweisshunde-Verbandssuche 2017 in der Schweiz erfolgreich beendet. „Ziel erreicht“ darf nach Abschluss der viertägigen Suche in Elm ein rundum zufriedener Leo Thomann, Präsident des SSC mit grosser Freude konstatieren.

Ferenc Bartha aus Ungarn konnte mit seiner HS Hündin eine Hauptprüfung im 1. Preis mit der Fachwertziffer 7 7 8 9 ablegen. Der junge Ungar durfte den von der Firma Blaser Jagdwaffen GmbH, Isny gestifteten Leistungspreis aus den Händen von Franz Kuppel entgegennehmen. Eine Hauptprüfung im 2. Preis legte das Schweizer Gespann, Marcus Schocher mit seinem BGS Rüden Mibo vom Ludwigsstrauch, mit der Fachwertziffer 5 4 6 8 ab. Vertriebsleiter Schweiz und Liechtenstein der Swarovski Optik, Valentin Brügger, überreichte Marcus Schocher den gestifteten Leistungspreis. Stellvertretend für die Tracker Oy übergab Daniela Herrmann einen weiteren Leistungspreis an Martin Koslovski vom Verein Hirschmann. Martin Koslovski hatte die Möglichkeit mit seinem HS Rüden Landor vom Lönsbruch eine Hauptprüfung im 2. Preis mit der Fachwertziffer 5 6 5 6 zu erarbeiten. Besten Dank an die Blaser Jagdwaffen GmbH, Isny sowie Swarovski Optik Schweiz und der Tacker Oy für die gestifteten Leistungspreise.

Ein grosses Dankeschön geht an dieser Stelle an das Organisationskomitee unter der Leitung von Präsident Sämi Gantner und an alle freiwilligen Helferinnen und Helfern. Sie allein ermöglichten einen reibungslosen Verlauf des Grossanlasses und verdienen grosses Lob auch seitens aller Gespanne und Richter. Die 35. ISHV-Suche wird allen Beteiligten nachhaltig in Erinnerung bleiben. In diesem Sinne und Geiste wünschen wir allen Nimroden und Gespannen ein kräftiges „Weidmanns- und Suchen Heil“.

Von Hans Speck und Martin Aebi (OK Mitglied, Aktuar SSC)

Festführer ISHV 2017

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Predigt Hubertusmesse

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Erzielte HPs

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» Erzielte HPs ISHV Suche 2017 Schweiz

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