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Anschuss

Als Anschuss bezeichnet man den Standort des Wildes, an dem es den Schuss erhielt. Bei Wildunfällen ist dies die Unfallstelle. Der Anschuss ist an den Eingriffen, das Wild stemmt durch den Schock des Schusses die Schalen in die Erde, den Schnitthaaren, je nach Schuss auch am Schweiss oder auch an den Knochen­splittern zu erkennen. Es ist darauf zu achten, dass der Anschuss nicht vertreten wird. Er wird mit dem Anschussbruch gekennzeichnet und ist der Ausgangspunkt für die Nachsuche. Umfangreiche Kenntnisse bezüglich Schuss- und Pirschzeichen sind die Grundvoraus­setzung für eine waidgerechte, d.h. professionelle Nach­suchen­arbeit.

Die erste Herausforderung für den Schweisshundeführer ist das Finden des Anschusses. Der Schütze weist vom Anstand aus den Schweisshundeführer möglichst exakt auf den Anschuss ein. Aufgrund Nervosität, extremer Witterung, Fehleinschätzung der Distanz etc. kommt es vor, dass die Angaben des Schützen sehr ungenau sind. Es ist keine Seltenheit, dass Jäger nach dem Schuss keine Angaben über Fluchtrichtung oder Schusszeichen machen können.

Um einen Anschuss ohne auffällige Pirschzeichen zu finden, bedarf es eines gut abge­führten Schweisshundes, der Gesundwitterung ignoriert und die für den Schweiss­hundführer nicht sichtbare Pirschzeichen eindrucksvoll verweist. Ist der Anschuss nicht auffindbar, wird eine Vorsuche zum Auffinden des Anschusses durchgeführt.

Das Aneignen der Grundkenntnisse über Schuss- und Pirschzeichen ist für jeden Schweiss­hundeführer unumgänglich. Fachbücher, die sich in Text und Bild mit dieser Materie aus­einandersetzen bilden die erste Grundlage. Hier erlauben wir uns auf das Buch „Die gerechte Führung des Schweisshundes“ von Frevert/Bergien zu verweisen. Sind dem Erstlingsführer die Grundbegriffe vertraut, bietet die Teilnahme an einem Anschussseminar eine sehr gute Weiterbildungsmöglich­keit. Anschussseminare werden von den Schweisshundeverbänden organisiert und durchgeführt. Das Anlegen eines Schnitthaarbuches oder Schnitthaarkarte mit den verschiedenen Wildarten sowie mit Sommer- und Winterdecke ist äusserst wichtig. Das Schnitthaarbuch kann unter anderem Auskunft über den Sitz der Kugel geben.